Filterkaffee

Lange Zeit galt Filterkaffee als antiquiert und spießig. Heute ist er bei Kaffeetrinkern wieder sehr beliebt. Für die Zubereitung braucht es aber keine teuren Kaffeemaschinen. Der altbewährte Klassiker, der Handfilter, ist optimal für die Zubereitung von einem guten handgebrühten Filterkaffee.

Einen Handfilter aus Plastik bekommst du bereits für etwa zwei Euro. Es lohnt sich aber, ein paar Euro mehr für einen Porzellan- oder Keramikfilter auszugeben. Nimm am besten eine Filtergröße, die auch für mehrere Tassen Kaffee ausreicht. Dann bist du flexibel.

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Filterkaffee in Handarbeit

Neben dem Handfilter gibt es natürlich noch eine Vielzahl weiterer Methoden, Kaffee in Handarbeit zuzubereiten.

Hierzu gehören die AeroPress, die Chemex und die Karlsbader Kanne. Letztere wird auch Bayreuther Kaffeemaschine genannt, da die Bayreuther Porzellanfabrik Walküre die traditionelle Form der Karlsbader Kanne aufgriff und diese unter dem Namen Bayreuther Kaffeemaschine von Daniel Eltner neu designed wurde.

Das Geheimnis...

...des bewährten Karlsbader Brühprinzips liegt in der filterlosen Zubereitung. Das durchglasierte Porzellan-Doppelsieb ersetzt einen Papier- oder Metallfilter und löst Fette, Öle und Säuren ohne fremde Geschmackseinflüsse.

Die Stadt Karlsbad ist für ihre Porzellanindustrie bekannt – kein Wunder also, dass die Karlsbader Kanne aus reinem Hartporzellan gefertigt wird.

Apropos fremde Geschmackseinflüsse...

Wenn du einen Filter aus Papier nutzt, solltest du diesen zuerst mit heißem Wasser durchspülen, damit er seinen Papiergeschmack verliert. 

Wie viel Kaffee pro Liter?

Als Faustformel gilt 60 Gramm Kaffeemehl auf einen Liter. Nimm aber lieber mehr als zu wenig Mehl.

Denn wenn zu wenig Kaffee auf zu viel Wasser trifft werden alle Aromen rausgewaschen.

Die ideale Wassertemperatur

liegt für die meisten Zubereitungsformen bei 92 bis 96 °C. Ist das Wasser zu heiß, schmeckt der Kaffee bitter bis beißend.

Ist es kälter als 85 °C schmeckt der Kaffee wässrig bis sauer.

Noch zwei Tipps!

Erstens: Lass das Wasser nach dem Aufkochen etwa eine Minute ruhen, bevor du es über das Kaffeepulver gibst.

Und Zweitens: Wenn der Härtegrad des Leitungswassers über 6 Grad Härte liegt, solltest Du das Wasser filtern. Den Härtegrad erfährst du bei deinem Wasserversorger.

Deko Kaffeeemühle

Wie funktioniert Filterkaffee?

Filterkaffee ist eine der ältesten und eine der einfachsten Kaffeezubereitungsarten. Prinzipiell wird heißes Wasser auf gemahlenen Kaffee – am besten frisch gemahlen – gegeben, wodurch sich die gewünschten Aroma- und Geschmacksstoffe aus dem Kaffeemehl lösen, aber auch Bestandteile wie das Koffein freigesetzt werden.

Damit man im Nachgang nicht den ganzen Kaffeesatz in der Tasse hat (wie beim türkischen Mokka), wird dieses durch einen Filter herausgefiltert.

Zusätzlich werden auch manche Dinge herausgefiltert, die theoretisch auch bleiben könnten, aber den besonderen Geschmack des Filterkaffees ausmachen, nämlich Kaffeeöle und -fette.

In einer French Press bleiben sie zum Beispiel erhalten, aber der Papierfilter eliminiert sie und sorgt damit für einen besonders „cleanen“ Geschmack des Filterkaffees.

Am Anfang stand das Löschpapier

Den allerersten Kaffeefilter bastelte die aus Dresden stammende 35-jährige Hausfrau Melitta Bentz aus dem Löschpapier der Schulhefte ihrer Kinder. Dieses Papier legte sie in eine Dose, in die sie vorher Löcher genagelt hatte. 1908 ließ sie sich ihre Filteridee patentieren. 

Das Grundprinzip der Filtertüte hat sich nie verändert, auch wenn die Papierqualität heute eine andere ist. Laut Definition ist Filterpapier ein „holzfreies, ungeleimtes, aus Hadern hergestelltes Saugpapier, das durch besondere Reinheit gekennzeichnet ist und dessen Scheidefähigkeit und Filtriergeschwindigkeit definiert sind.“

Inzwischen gibt es auch diverse Kaffeefilter aus wiederverwendbaren Materialien: Kaffeefilter aus Edelstahl brauchen keinen zusätzlichen Papierfilter. Praktisch, vor allem auf Reisen, sind auch Baumwollfilter. Hier hast du den Filterhalter und den Filter in einem und sparst dadurch Papiermüll. Aber auch Metallfilter sind mehrfach verwendbar und recycelbar und deshalb eine gute Alternative zu Plastikfiltern.

Apropos Melitta Bentz: Es gibt eine Straße in Dresden, die nach der Dresdnerin benannt wurde. Und wie es der Zufall will, ist die Melitta-Bentz-Straße nur zwei Minuten Fußweg von unserer Kaffeerösterei entfernt.